Gedanken zu Weihnachten
Liebe Gemeinden! Vor 3 Jahren trug die Weihnachtsausgabe des Wochenmagazins „Der Stern“ den Titel: „Fürchtet euch nicht … davor, dass gerade alles anders wird. Warum die Weihnachtsbotschaft so aktuell ist wie nie.“ (Der Stern, Nr. 52, 22.12.2022). Ja, ich finde diese Worte treffen es auch Weihnachten in diesem Jahr. Denn die Botschaft des neugeborenen Kindes von Bethlehem, des Retters der Welt, der der ganzen Welt den Frieden bringt (Lk 1,14), verliert nie an Aktualität. Nach wie vor bedroht Russland die Ukraine und auch beim Frieden im Heiligen Land ist noch nicht klar, wie lang er währen wird. Wir hoffen länger als alle bisherigen Friedensbemühungen und auch für die leidgeprüfte Ukraine hoffen wir endlich auf einen dauerhaften und gerechten Frieden. Doch auch der Friede in unserem Land wird oft auf Herz und Nieren geprüft. Weihnachten ist für uns die Gelegenheit, wiederzuentdecken, dass Frieden mit Menschlichkeit beginnt, so wie bei der Menschwerdung Gottes. Gott zeigt uns im Jesuskind, dass nicht das Rohe und die Gewalt den Frieden bringen, sondern das Kleine, Zärtliche und Schwache. Ja, in Jesus hat Gottes Liebe sich gezeigt im Wehrlosen, das sehen wir in der Krippe und am Kreuz. Ähnlich sehe ich in unserer Gesellschaft die Herausforderung, aus verhärteten Fronten wieder zurückzufinden zu einem Dialog, der geprägt ist von Menschlichkeit. Die heilige Familie, die aus Nazareth kam, passte nicht in das Stadtbild von Bethlehem, sie bekamen nur einen Platz in einer Futterkrippe. Das ist ein Bild dafür, dass Gott uns in jedem Menschen begegnet, gerade auch in denen, die keinen Platz finden. Nur wenn nicht mehr die Herkunft entscheidend ist und reiche und arme Menschen sich aufeinanderzubewegen, kommt zum Ziel, was mit der Menschwerdung unseres Gottes in Bethlehem begonnen hat. Dieser Friede muss bei uns beginnen, in unseren Herzen, nur so kann er sich auf der Welt verbreiten. Gesegnete und friedvolle Weihnachten!
Euer Pfarrer Dirzus
